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Lefrancoissche Sklavenameise

Die Lefrancoissche Sklavenameise (Formica lefrancoisi) kommt wohl in Deutschland verbreitet, aber nicht häufig vor. Sie ist öfter an den Ufern der Alpenflüsse zu finden. Die Lefrancoissche Sklavenameise gilt laut Roter Liste D als stark gefährdet, in Bayern als gefährdet.

Die Bezeichnung Sklavenameise bezieht sich darauf, dass die Arbeiterinnen der Lefrancoissche Sklavenameise oft von anderen Formica-Arten zur Aufzucht von deren Brut gezwungen werden, indem ihre Königin von der fremden Königin getötet wird. Außerdem kann das Volk von anderen Ameisen (wie der Amazonas-Ameise (Polyergus rufescens) oder der Blutroten Raubameise (Formica sanguinea)) angegriffen und ihre Puppen geraubt werden, mit dem Zweck, die sich daraus entwickelnden Arbeiterinnen als „Sklaven“ für die Brutpflege und Entwicklung des eigenen Volkes einzusetzen. Im Gegensatz zu den genannten Sozialparasiten, kann die Lefrancoissche Sklavenameise selbstständig neue Kolonien gründen.

Lebensraum: lückig bewachsene Flussschotterheiden, Sand- und Kiesbänke, Dämme, lichte Weichholzauen, auch Bahndämme und im Siedlungsbereich (z.B. Straßenränder).
Vorkommen: ganzjährig, Schwärmzeit: Juni bis September.

Hochinteressant ist die symbiotische Beziehung des Idas-Bläulings mit der Lefrancoissche Sklavenameise:

„Das Weibchen vom Idas-Bläuling (Plebejus idas) sucht auf dem Magerrasen nach der Wirtspflanze für ihre Raupen. Dabei lassen sie sich von Duftstoffen der Lefrancoissche Sklavenameise (Formica lefrancoisi) leiten. Die Eier werden z.B. auf den Gewöhnlichen Hornklee abgelegt und zwar nur dort wo die Sklavenameisen einen großen Staat bilden. Wenn die kleinen Räupchen schlüpfen, werden diese sofort von den aggressiv geltenden Ameisen besetzt, ohne dass sie angegriffen oder erbeutet werden. Grund für diese ungewöhnliche Koexistenz sind Duftstoffe, die die Raupen aus einer Vielzahl von Drüsen abgeben. Diese Duftstoffe wirken auf die Ameisen als „Befriedungssubstanz“. Zusätzlich spendet die Raupe aus einer großen Drüse ein süßes und von den Ameisen sehr begehrtes Sekret. Als „Gegenleistung“ schützen die Sklavenameisen wie eine Leibgarde die Raupen vor Fressfeinden. Im Laufe der Evolution hat sich der Idas-Bläuling (Plebejus idas) auf diese äußerst komplexe Weise mit seinen ursprünglichen Todfeinden so eng verbunden, dass er ohne sie nicht mehr leben kann.“ Quelle: [http://nwv-schwaben.de/files/Naturfotografie/Berichte/20150126-Exkursion_Sekundaerheiden_LfU.pdf]