Artenzuwanderung in Bayern

 

Unter dieser Überschrift geht es um Arten, denen es die Klimaerwärmung ermöglicht hat, sich weiter (nordwärts) auszubreiten und in Deutschland (Bayern) vermehrt oder gar neu zu etablieren. Da solche Arten sich i.d.R. dauerhaft ansiedeln, werden sie zu den heimischen Arten gerechnet (ganz im Gegensatz zu den sog. Neobiota, den gebietsfremden Arten, die erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gelangt sind). Es handelt sich meist um Arten die gut fliegen können, denn sie müssen ja eine gewisse Strecke zurücklegen, um (nach und nach) in ihre neuen Lebensräume zu gelangen. Das größte Hindernis zwischen Südeuropa und Deutschland sind bekanntlich die Alpen. Für Vögel ist es kein großes Problem einen Weg zu finden. Auch Wanderfalter wie der Admiral überwinden jährlich dieses Hindernis. Andere Insekten brauchen aber oft einen einfacheren Zugang. Es gibt zwei Wege dafür: westlich die burgundische Pforte, ein flacher Sattel zwischen Vogesen und Jura, der das Rheintal und die Ausläufer des Saônetals verbindet und östlich das Donautal.

 

So erfreulich diese Artenzuwanderung auch sein mag, aber sie können die klimabedingten Artenschwund natürlich nicht kompensieren.

 

Hier genannt werden nur Arten, für die es auch ein Foto/Album im Artenpool gibt.

Schmetterlinge


Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Der Kurzschwänzige Bläuling (Cupido argiades) galt nach der Roten Liste für Bayern von 2003 noch als ausgestorben. Inzwischen wurde er aber in Bayern wiederholt nachgewiesen, auch südlich der Donau (sh. Fotos) und gilt nach der Roten Liste für Bayern von 2016 bereits als  ungefährdet! Der wärmeliebende Kurzschwänzige Bläuling kam früher vor allem in der Oberrheinebene vor. Er gilt als ausbreitungsfreudig und profitiert offensichtlich von der Klimaerwärmung. Auf der Roten Liste für Deutschland von 2011 steht er noch auf der Vorwarnstufe, da er sich aber auch in andere Bundesländer ausbreitet, wird er künftig besser eingestuft werden.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/kurzschwaenziger-blaeuling/

Karstweißling  (Pieris mannii)

Der Karstweißling ist im westlichen Mittelmeergebiet heimisch, hat sein Verbreitungsgebiet aber in den letzten Jahren nach Norden erweitert. Vermutlich vom Norden der Schweiz her kommend, wurde er inzwischen auch in Bayern und Baden Württemberg beobachtet. Da die Unterscheidung vom Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) als Falter schwierig ist, kann er sich unbemerkt schon länger bei uns aufhalten.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/karstweissling/ 

 

Großer Fuchs (Nymphalis polychlorus)

Zu den Klimagewinnern gehört offensichtlich auch der Große Fuchs. Dieser wärmeliebende Tagfalter kam vor zehn Jahren deutschlandweit nur an wenigen Orten vor, heute ist er wieder in vielen Teilen Süddeutschlands zu finden.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 

 

 

 

 

Admiral (Vanessa atalanta)

Der Admiral ist ein klassischer Wanderfalter, der üblicherweise jedes Jahr im Mai aus dem Mittelmeerraum neu zu uns einwanderte. Durch milde Winter kann er als Falter aber immer öfter bei uns überwintern, auch als Raupe oder Puppe. Forscher gehen davon aus, dass sich inzwischen eine von den Mittelmeer-Admiralen unabhängige mitteleuropäische Population gebildet hat.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 

Taubenschwänzchen


 

Schrecken


Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)

Die wärmeliebende Gemeine Sichelschrecke kommt in Süd- und Mitteleuropa vor. In Deutschland ist sie im Südwesten zu finden, dehnt ihre nördliche Verbreitungsgrenze aber aus. Im Alpenvorland und in Teilen der Schwäbischen Alb war sie aber noch vor einigen Jahren selten oder gar nicht zu finden, inzwischen wird sie immer häufiger beobachtet. Das spiegelt sich auch in den Roten Listen: in Bayern stand sie 2003 auf der Vorwarnliste, inzwischen (2016) gilt sie als ungefährdet.  [Siehe auch Lebensräume/Arteninventare, Beobachtungen Eberhard Pfeuffer]

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf

 


Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula)

Die in Südeuropa häufig vorkommende thermophile (wärmeliebende) Große Schiefkopfschrecke war in Bayern kaum noch zu finden, mittlerweile gibt es, wohl bedingt durch die Klimaerwärmung, wieder mehr Funde. In der Roten Liste für Bayern galt sie 2003 als vom Aussterben bedroht, inzwischen (2016) wird sie in der Kategorie „R“ zwar als „extrem selten“ geführt, jedoch als in Ausbreitung begriffen.

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf

 


Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale)

Die Südliche Eichenschrecke ist eine mediterrane Art, die aus Südfrankreich über die burgundische Pforte eingewandert ist. Seit 1958 wird sie am Kaiserstuhl beobachtet. Sie hat sich rheinabwärts weiter ausgebreitet und bereits 1993 die Niederlande erreicht. 1996 wurde

sie in Bayern im Landkreis Ansbach, 1999 in Augsburg festgestellt (Schlumprecht & Waeber 2003).

http://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/07/olafschmidt.pdf 

Libellen


Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Die Feuerlibelle ist eine typische Art des Mittelmeerraums. Seit einigen Jahrzehnten ist sie auch in wärmere Gebiete Deutschlands eingewandert, was wohl mit der Klimaerwärmung zusammenhängt.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gewinner-des-klimawandels-wir-werden-vom-sueden-aufgerollt-1.912815

 

 


Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Die Frühe Heidelibelle ist eine mediterrane Wanderart, die im Sommer oft auch bei uns einwandert. In letzter Zeit findet man Belege dafür, dass einige wenige Tiere, in wärmebegünstigten Lagen, auch bei uns überwintern.

 

 


Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Der Südliche Blaupfeil ist eine mediterrane Art, die schon länger auch in Süddeutschland anzutreffen war, sich inzwischen aber immer weiter nach Norden ausbreitet.

 

 

 


Westliche Geisterlibelle (Boyeria irene)

Die Westliche Geisterlibelle hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südwesteuropa, wird vereinzelt aber zunehmend auch in Deutschland gefunden (z.B. Bodensee).

 


Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis)

Die Südliche Mosaikjungfer ist eine wanderfreudige Libelle, die schwerpunktmäßig in Südeuropa lebt, aber inzwischen, klimabedingt, ihr Areal nach Norden auszudehnen scheint. Sie kommt in unregelmäßiger Häufung vor (genauere Daten fehlen noch), scheint sich aber auch hierzulande fortzupflanzen.

 

 

 


Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Die Wespenspinne war bis vor etwa 50 Jahren vor allem im südlichen Europa verbreitet, in Mitteleuropa sehr selten. Heute ist sie in Süddeutschland relativ häufig und auch in Bayern weit verbreitet. Sie gilt inzwischen in D und Bayern als ungefährdet.

https://www.spinnen-in-bayern.de/species/15

 


Bienenfresser (Merops apiaster)

Der Bienenfresser kommt von Nordafrika, dem Mittelmeerraum und der Schwarzmeerregion bis nach Mittelasien vor. Neuerdings, in geringerem Maße, auch in Mitteleuropa. Es gab in Deutschland auch schon früher dokumentierte Bruten, dann galten die Vorkommen hierzulande als weitgehend erloschen. Seit etwa 20 Jahren brüten die Bienenfresser jedoch, mit zunehmender Tendenz, wieder in Deutschland, hauptsächlich in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern brütet er stellenweise wieder.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html

 


Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher ist in Europa vor allem im Süden verbreitet, er gilt insgesamt laut IUCN als ungefährdet. In Deutschland ist er eher selten anzutreffen, aber es gibt, auch begünstigt durch die Klimaerwärmung, vereinzelte Brutnachweise.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html

 


Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

Die Mittelmeermöwe hat ihre Brutgebiete hauptsächlich in Südeuropa, hat diese aber in den letzten Jahren nordwärts erweitert. In Bayern gibt es bereits einige wenige Brutvorkommen.

 

 

 

 

Beispiele für neue Arten in Bayern

Unter dieser Überschrift geht es um Arten, denen es die Klimaerwärmung ermöglicht hat, sich weiter (nordwärts) auszubreiten. Sie sind Gewinner der Klimaerwärmung. Da solche Arten sich i.d.R. dauerhaft (in Bayern) ansiedeln, werden sie zu den heimischen Arten gerechnet (ganz im Gegensatz zu den sog. Neobiota, den gebietsfremden Arten, die erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gelangt sind). So erfreulich diese Neuzugänge auch sein mögen, sie können die klimabedingt zurückgehende Artenvielfalt nicht kompensieren. Hier genannt werden nur Arten, für die es auch ein Foto/Album im Artenpool gibt.

Schmetterlinge


Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Der Kurzschwänzige Bläuling (Cupido argiades) galt nach der Roten Liste für Bayern von 2003 noch als ausgestorben. Inzwischen wurde er aber in Bayern wiederholt nachgewiesen, auch südlich der Donau (sh. Fotos) und gilt nach der Roten Liste für Bayern von 2016 bereits als  ungefährdet! Der wärmeliebende Kurzschwänzige Bläuling kam früher vor allem in der Oberrheinebene vor. Er gilt als ausbreitungsfreudig und profitiert offensichtlich von der Klimaerwärmung. Auf der Roten Liste für Deutschland von 2011 steht er noch auf der Vorwarnstufe, da er sich aber auch in andere Bundesländer ausbreitet, wird er künftig besser eingestuft werden.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/kurzschwaenziger-blaeuling/


Karstweißling  (Pieris mannii)

Der Karstweißling ist im westlichen Mittelmeergebiet heimisch, hat sein Verbreitungsgebiet aber in den letzten Jahren nach Norden erweitert. Vermutlich vom Norden der Schweiz her kommend, wurde er inzwischen auch in Bayern und Baden Württemberg beobachtet. Da die Unterscheidung vom Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) als Falter schwierig ist, kann er sich unbemerkt schon länger bei uns aufhalten.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/karstweissling/ 

 


Großer Fuchs (Nymphalis polychlorus)

Zu den Klimagewinnern gehört offensichtlich auch der Große Fuchs. Dieser wärmeliebende Tagfalter kam vor zehn Jahren deutschlandweit nur an wenigen Orten vor, heute ist er wieder in vielen Teilen Süddeutschlands zu finden.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 

 


Admiral (Vanessa atalanta)

Der Admiral ist ein klassischer Wanderfalter, der üblicherweise jedes Jahr im Mai aus dem Mittelmeerraum neu zu uns einwanderte. Durch milde Winter kann er als Falter aber immer öfter bei uns überwintern, auch als Raupe oder Puppe. Forscher gehen davon aus, dass sich inzwischen eine von den Mittelmeer-Admiralen unabhängige mitteleuropäische Population gebildet hat.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 

Taubenschwänzchen


 

Schrecken


Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)

Die wärmeliebende Gemeine Sichelschrecke kommt in Süd- und Mitteleuropa vor. In Deutschland ist sie im Südwesten zu finden, dehnt ihre nördliche Verbreitungsgrenze aber aus. Im Alpenvorland und in Teilen der Schwäbischen Alb war sie aber noch vor einigen Jahren selten oder gar nicht zu finden, inzwischen wird sie immer häufiger beobachtet. Das spiegelt sich auch in den Roten Listen: in Bayern stand sie 2003 auf der Vorwarnliste, inzwischen (2016) gilt sie als ungefährdet.  [Siehe auch Lebensräume/Arteninventare, Beobachtungen Eberhard Pfeuffer]

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf

 


Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula)

Die in Südeuropa häufig vorkommende thermophile (wärmeliebende) Große Schiefkopfschrecke war in Bayern kaum noch zu finden, mittlerweile gibt es, wohl bedingt durch die Klimaerwärmung, wieder mehr Funde. In der Roten Liste für Bayern galt sie 2003 als vom Aussterben bedroht, inzwischen (2016) wird sie in der Kategorie „R“ zwar als „extrem selten“ geführt, jedoch als in Ausbreitung begriffen.

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf

 


Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale)

Die Südliche Eichenschrecke ist eine mediterrane Art, die aus Südfrankreich über die burgundische Pforte eingewandert ist. Seit 1958 wird sie am Kaiserstuhl beobachtet. Sie hat sich rheinabwärts weiter ausgebreitet und bereits 1993 die Niederlande erreicht. 1996 wurde

sie in Bayern im Landkreis Ansbach, 1999 in Augsburg festgestellt (Schlumprecht & Waeber 2003).

http://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/07/olafschmidt.pdf 

Libellen


Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Die Feuerlibelle ist eine typische Art des Mittelmeerraums. Seit einigen Jahrzehnten ist sie auch in wärmere Gebiete Deutschlands eingewandert, was wohl mit der Klimaerwärmung zusammenhängt.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gewinner-des-klimawandels-wir-werden-vom-sueden-aufgerollt-1.912815

 

 


Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Die Frühe Heidelibelle ist eine mediterrane Wanderart, die im Sommer oft auch bei uns einwandert. In letzter Zeit findet man Belege dafür, dass einige wenige Tiere, in wärmebegünstigten Lagen, auch bei uns überwintern.

 

 


Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Der Südliche Blaupfeil ist eine mediterrane Art, die schon länger auch in Süddeutschland anzutreffen war, sich inzwischen aber immer weiter nach Norden ausbreitet.

 

 

 


Westliche Geisterlibelle (Boyeria irene)

Die Westliche Geisterlibelle hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südwesteuropa, wird vereinzelt aber zunehmend auch in Deutschland gefunden (z.B. Bodensee).

 


Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis)

Die Südliche Mosaikjungfer ist eine wanderfreudige Libelle, die schwerpunktmäßig in Südeuropa lebt, aber inzwischen, klimabedingt, ihr Areal nach Norden auszudehnen scheint. Sie kommt in unregelmäßiger Häufung vor (genauere Daten fehlen noch), scheint sich aber auch hierzulande fortzupflanzen.

 

 

 


Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Die Wespenspinne war bis vor etwa 50 Jahren vor allem im südlichen Europa verbreitet, in Mitteleuropa sehr selten. Heute ist sie in Süddeutschland relativ häufig und auch in Bayern weit verbreitet. Sie gilt inzwischen in D und Bayern als ungefährdet.

https://www.spinnen-in-bayern.de/species/15

 


Bienenfresser (Merops apiaster)

Der Bienenfresser kommt von Nordafrika, dem Mittelmeerraum und der Schwarzmeerregion bis nach Mittelasien vor. Neuerdings, in geringerem Maße, auch in Mitteleuropa. Es gab in Deutschland auch schon früher dokumentierte Bruten, dann galten die Vorkommen hierzulande als weitgehend erloschen. Seit etwa 20 Jahren brüten die Bienenfresser jedoch, mit zunehmender Tendenz, wieder in Deutschland, hauptsächlich in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern brütet er stellenweise wieder.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html

 


Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher ist in Europa vor allem im Süden verbreitet, er gilt insgesamt laut IUCN als ungefährdet. In Deutschland ist er eher selten anzutreffen, aber es gibt, auch begünstigt durch die Klimaerwärmung, vereinzelte Brutnachweise.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html

 


Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

Die Mittelmeermöwe hat ihre Brutgebiete hauptsächlic

Beispiele für neue Arten in Bayern

Unter dieser Überschrift geht es um Arten, denen es die Klimaerwärmung ermöglicht hat, sich weiter (nordwärts) auszubreiten. Sie sind Gewinner der Klimaerwärmung. Da solche Arten sich i.d.R. dauerhaft (in Bayern) ansiedeln, werden sie zu den heimischen Arten gerechnet (ganz im Gegensatz zu den sog. Neobiota, den gebietsfremden Arten, die erst durch den Einfluss des Menschen zu uns gelangt sind). So erfreulich diese Neuzugänge auch sein mögen, sie können die klimabedingt zurückgehende Artenvielfalt nicht kompensieren. Hier genannt werden nur Arten, für die es auch ein Foto/Album im Artenpool gibt.

Schmetterlinge


Kurzschwänziger Bläuling (Cupido argiades)

Der Kurzschwänzige Bläuling (Cupido argiades) galt nach der Roten Liste für Bayern von 2003 noch als ausgestorben. Inzwischen wurde er aber in Bayern wiederholt nachgewiesen, auch südlich der Donau (sh. Fotos) und gilt nach der Roten Liste für Bayern von 2016 bereits als  ungefährdet! Der wärmeliebende Kurzschwänzige Bläuling kam früher vor allem in der Oberrheinebene vor. Er gilt als ausbreitungsfreudig und profitiert offensichtlich von der Klimaerwärmung. Auf der Roten Liste für Deutschland von 2011 steht er noch auf der Vorwarnstufe, da er sich aber auch in andere Bundesländer ausbreitet, wird er künftig besser eingestuft werden.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/kurzschwaenziger-blaeuling/


Karstweißling  (Pieris mannii)

Der Karstweißling ist im westlichen Mittelmeergebiet heimisch, hat sein Verbreitungsgebiet aber in den letzten Jahren nach Norden erweitert. Vermutlich vom Norden der Schweiz her kommend, wurde er inzwischen auch in Bayern und Baden Württemberg beobachtet. Da die Unterscheidung vom Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) als Falter schwierig ist, kann er sich unbemerkt schon länger bei uns aufhalten.

http://www.deutschlands-natur.de/tierarten/tagfalter/karstweissling/ 


Großer Fuchs (Nymphalis polychlorus)

Zu den Klimagewinnern gehört offensichtlich auch der Große Fuchs. Dieser wärmeliebende Tagfalter kam vor zehn Jahren deutschlandweit nur an wenigen Orten vor, heute ist er wieder in vielen Teilen Süddeutschlands zu finden.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 


Admiral (Vanessa atalanta)

Der Admiral ist ein klassischer Wanderfalter, der üblicherweise jedes Jahr im Mai aus dem Mittelmeerraum neu zu uns einwanderte. Durch milde Winter kann er als Falter aber immer öfter bei uns überwintern, auch als Raupe oder Puppe. Forscher gehen davon aus, dass sich inzwischen eine von den Mittelmeer-Admiralen unabhängige mitteleuropäische Population gebildet hat.

http://www.accc.gv.at/schmetterlinge.htm

 

Taubenschwänzchen


 

Schrecken


Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata)

Die wärmeliebende Gemeine Sichelschrecke kommt in Süd- und Mitteleuropa vor. In Deutschland ist sie im Südwesten zu finden, dehnt ihre nördliche Verbreitungsgrenze aber aus. Im Alpenvorland und in Teilen der Schwäbischen Alb war sie aber noch vor einigen Jahren selten oder gar nicht zu finden, inzwischen wird sie immer häufiger beobachtet. Das spiegelt sich auch in den Roten Listen: in Bayern stand sie 2003 auf der Vorwarnliste, inzwischen (2016) gilt sie als ungefährdet.  [Siehe auch Lebensräume/Arteninventare, Beobachtungen Eberhard Pfeuffer]

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf


Große Schiefkopfschrecke (Ruspolia nitidula)

Die in Südeuropa häufig vorkommende thermophile (wärmeliebende) Große Schiefkopfschrecke war in Bayern kaum noch zu finden, mittlerweile gibt es, wohl bedingt durch die Klimaerwärmung, wieder mehr Funde. In der Roten Liste für Bayern galt sie 2003 als vom Aussterben bedroht, inzwischen (2016) wird sie in der Kategorie „R“ zwar als „extrem selten“ geführt, jedoch als in Ausbreitung begriffen.

https://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/heuschrecken_infoblatt.pdf


Südliche Eichenschrecke (Meconema meridionale)

Die Südliche Eichenschrecke ist eine mediterrane Art, die aus Südfrankreich über die burgundische Pforte eingewandert ist. Seit 1958 wird sie am Kaiserstuhl beobachtet. Sie hat sich rheinabwärts weiter ausgebreitet und bereits 1993 die Niederlande erreicht. 1996 wurde

sie in Bayern im Landkreis Ansbach, 1999 in Augsburg festgestellt (Schlumprecht & Waeber 2003).

http://www.klima-warnsignale.uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2014/07/olafschmidt.pdf 

Libellen


Feuerlibelle (Crocothemis erythraea)

Die Feuerlibelle ist eine typische Art des Mittelmeerraums. Seit einigen Jahrzehnten ist sie auch in wärmere Gebiete Deutschlands eingewandert, was wohl mit der Klimaerwärmung zusammenhängt.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/gewinner-des-klimawandels-wir-werden-vom-sueden-aufgerollt-1.912815

 


Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)

Die Frühe Heidelibelle ist eine mediterrane Wanderart, die im Sommer oft auch bei uns einwandert. In letzter Zeit findet man Belege dafür, dass einige wenige Tiere, in wärmebegünstigten Lagen, auch bei uns überwintern.

 

 


Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum)

Der Südliche Blaupfeil ist eine mediterrane Art, die schon länger auch in Süddeutschland anzutreffen war, sich inzwischen aber immer weiter nach Norden ausbreitet.

 

 


Westliche Geisterlibelle (Boyeria irene)

Die Westliche Geisterlibelle hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südwesteuropa, wird vereinzelt aber zunehmend auch in Deutschland gefunden (z.B. Bodensee).


Südliche Mosaikjungfer (Aeshna affinis)

Die Südliche Mosaikjungfer ist eine wanderfreudige Libelle, die schwerpunktmäßig in Südeuropa lebt, aber inzwischen, klimabedingt, ihr Areal nach Norden auszudehnen scheint. Sie kommt in unregelmäßiger Häufung vor (genauere Daten fehlen noch), scheint sich aber auch hierzulande fortzupflanzen.

 

 


Wespenspinne (Argiope bruennichi)

Die Wespenspinne war bis vor etwa 50 Jahren vor allem im südlichen Europa verbreitet, in Mitteleuropa sehr selten. Heute ist sie in Süddeutschland relativ häufig und auch in Bayern weit verbreitet. Sie gilt inzwischen in D und Bayern als ungefährdet.

https://www.spinnen-in-bayern.de/species/15


Bienenfresser (Merops apiaster)

Der Bienenfresser kommt von Nordafrika, dem Mittelmeerraum und der Schwarzmeerregion bis nach Mittelasien vor. Neuerdings, in geringerem Maße, auch in Mitteleuropa. Es gab in Deutschland auch schon früher dokumentierte Bruten, dann galten die Vorkommen hierzulande als weitgehend erloschen. Seit etwa 20 Jahren brüten die Bienenfresser jedoch, mit zunehmender Tendenz, wieder in Deutschland, hauptsächlich in Baden-Württemberg und in Sachsen-Anhalt. Auch in Bayern brütet er stellenweise wieder.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html


Seidenreiher (Egretta garzetta)

Der Seidenreiher ist in Europa vor allem im Süden verbreitet, er gilt insgesamt laut IUCN als ungefährdet. In Deutschland ist er eher selten anzutreffen, aber es gibt, auch begünstigt durch die Klimaerwärmung, vereinzelte Brutnachweise.

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/06568.html


Mittelmeermöwe (Larus michahellis)

Die Mittelmeermöwe hat ihre Brutgebiete hauptsächlich in Südeuropa, hat diese aber in den letzten Jahren nordwärts erweitert. In Bayern gibt es bereits einige wenige Brutvorkommen.

 

h in Südeuropa, hat diese aber in den letzten Jahren nordwärts erweitert. In Bayern gibt es bereits einige wenige Brutvorkommen.