Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“

 

Mit dem Volksbegehren „Artenvielfalt“ soll das bayerische Naturschutzgesetz geändert werden, um den Schutz der Natur wesentlich zu verbessern und damit den weiteren Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten. Der Naturwissenschaftliche Verein für Schwaben e.V. beobachtet und dokumentiert seit mehr als 170 Jahren den Zustand der Natur in Schwaben. Auch in Schwaben ist ein Rückgang von Tier- und Pflanzenarten, der sich in den letzten Jahren deutlich beschleunigt hat, unbestreitbar. Der Vorstand des Naturwissenschaftlichen Vereins hat deshalb beschlossen, das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ zu unterstützen, da die Förderung des Arten- und Biotopschutzes einen zentralen Punkt der Vereinssatzung darstellt.

 

Was will das Volksbegehren konkret erreichen?

  • Schutz von artenreichem Dauergrünland

In unseren Wiesen blühen keine Blumen mehr. Heuschrecken, Zikaden, Schmetterlinge oder Bienen finden dort keine Nahrung und keinen Lebensraum. Um diesen Trend aufzuhalten müssen wir die letzten artenreichen Wiesen schützen.

  • Schutz der Kleinstrukturen in der Agrarlandschaft

Der massive Rückgang der Arten der Agrarlandschaft liegt auch am Verlust der Kleinstrukturen. Ackerraine, Lesesteinhaufen, Natursteinmauern und Totholzhaufen wurden entfernt, um Wirtschaftsfläche zu gewinnen. Dadurch verschwanden Eidechsen, Wildbienen, Hummeln und Ackerwildkräuter. Aber auch Rebhuhn und Feldhase finden immer weniger Deckung und Unterschlupf. Diesem Ausräumen der Agrarlandschaft muss entgegengewirkt werden, um nicht noch mehr Artenvielfalt zu verlieren.

  • Gewässerrandstreifen

Die Gewässerrandstreifen sind entscheidend für die Verbesserung der Qualität der Fließgewässer. Sie sind Pufferstreifen gegenüber dem Eintrag von Nitrat, Pestiziden und schützen vor Bodeneintrag, der die für die Fische und Wasserinsekten enorm wichtigen Kiesbänke verschlammt.

  • Mehr Ökolandbau für Bayern

Ökolandbau ist nachgewiesenermaßen wesentlich naturschutzfreundlicher als konventioneller Landbau. Insbesondere der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und der deutlich geringere Düngereinsatz kommen dem Arten- und Biotopschutz zu Gute.

  • Schutz von Streuobstbeständen

In den letzten 30 Jahren haben wir pro Jahr 100 000 Streuobstbäume in Bayern verloren. Damit verschwinden alte Kultursorten beim Obst, die häufig stabiler gegen Krankheiten, Schädlinge oder die Klimaerwärmung sind. Es verschwinden aber auch wichtige Nektarquellen für Bienen und andere Insekten und wichtige Höhlenlebensräume für seltene Vogelarten wie Steinkauz oder Wendehals. Es verschwindet auch Kulturlandschaft, die den touristischen Reiz einer Region ausmacht.

  • Besserer Biotopverbund

Viele Lebensräume sind in Bayern bereits Inseln in einer ausgeräumten Agrarlandschaft. Die Populationen vieler Tierarten können sich dadurch nicht mehr ausbreiten. Mit einem besseren Biotopverbund sollen Strukturen geschaffen werden, die diese Lebensräume wieder vernetzen und Barrieren, wie mehrspurige Straßen, überwinden helfen.

 

Was muss ich tun, um das Volksbegehren zu unterstützen? 

Zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 mit Ausweis in das Rathaus am Wohnort gehen und sich für das Volksbegehren eintragen.


Die Öffnungszeiten während der Eintragungsfrist finden Sie hier: https://rathausfinder.volksbegehren-artenvielfalt.de/

 

Motivieren Sie auch Familie, Freunde, Kollegen und Bekannte mit ihrer Unterschrift im Rathaus das Volksbegehren zu unterstützen.

 

Wer selbst aktiv mit dabei sein, informiert werden oder als „Rathausheld“ agieren möchte, der kann sich unter dem folgenden Link eintragen bzw. weiter informieren:

https://volksbegehren-artenvielfalt.de

 

Wenn Sie dieses Thema weitertragen wollen, dann können Sie auch gerne in Ihrer Email Signatur folgend Text mit aufnehmen. Sie tragen damit bei jeder Mail dazu bei, dass das Thema weiter publik wird:

Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen!“ – Stoppt das Artensterben
Tragen Sie sich vom 31. Januar bis 13. Februar 2019 unter Vorlage Ihres Ausweises in Ihrem Rathaus ein.


Beim Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben e.V. stehen für Sie Dr. Klaus Kuhn und Matias Rajkay als Ansprechpartner für dieses Thema bereit. Sie können sie unter der folgenden Mailadresse erreichen: artenvielfalt@nwv-schwaben.de.