Update Artenpool aktuell für September 2019
Eingetragen am 29.09.2019, 07:55 von Naturfoto

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(Die Arten sind mit ihrer Kurzinfo und den Fotos verlinkt!)

 

 

Der September zeigt zunächst den Schwerpunkt Vögel, vor allem Wasservögel. Es sind aktuelle Fotos und noch nicht veröffentlichte Archivaufnahmen aus der gleichen Jahreszeit. Die Herbstmonate bieten in Bayern die Chance nicht heimische Wasservögel zu beobachten, wenn sie auf dem Zug in ihr Winterquartier sind und auf bayerischen Seen eine Pause machen. Es beginnt aber zunächst mit einigen Singvögeln (Passeriformes): den seltenen langschwänzigen Bartmeisen (Panurus biarmicus), meisenartigen Vögeln, die aber nicht mit den Meisen (Paridae) verwandt sind und ganzjährig in ausgedehnten Schilfflächen zuhause sind. Es folgt ein juveniler Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus), mittlerweile bei uns sehr selten geworden, ein Langstreckenzieher, der in den Savannen südlich der Sahara überwintert. Zum Schluss die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus), ein Brutvogel der Alpen, der meist in Höhen ab 1500 m vorkommt. Es folgen Vögel die sich gerne am oder im Wasser aufhalten. Zunächst der Silberreiher (Casmerodius albus) der, aus Südosteuropa kommend, erstaunlicherweise teilweise bei uns Wintergast ist und auf eisfreien Seen oder auf Feldern auf Jagd geht. Der Graureiher (Ardea cinerea) hat ein ähnliches Nahrungsspektrum. Er bleibt zum Teil ganzjährig in Bayern. Die Rostgans (Tadorna ferruginea) ist hauptsächlich in Asien verbreitet, kleinere In Deutschland wildlebende Populationen gehen wohl auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurück. Die Knäkente (Anas querquedula) besiedelt hauptsächlich Osteuropa, in Deutschland brütet sie selten und ist deshalb überwiegend auf dem Durchzug zu sehen. Sie gilt laut Roter Liste D (2007) als stark gefährdet, in Bayern als vom Aussterben bedroht. Die Schnatterente (Anas strepera) ist lückenhaft holarktisch verbreitet, in Bayern ist sie vor allem auf dem Durchzug zu sehen. Als vereinzelter Brutvogel in Bayern gilt sie als gefährdet. Die Krickente (Anas crecca) ist mit ca. 35 cm Länge die kleinste europäische Entenart. Sie brütet hauptsächlich in Nordeuropa, aber auch in Deutschland, wo sie als gefährdet gilt und vereinzelt in Bayern, wo sie als stark gefährdet gilt. Man sieht sie in Bayern vermehrt auf dem Durchzug oder als Wintergast. Ziemlich auffällig sieht die gefährdete Löffelente (Anas clypeata) mit ihrem großen Schnabel aus. Sie ist in Nord- und Osteuropa verbreitet, brütet aber auch in Deutschland, in Bayern nur spärlich. Vermehrt kann man sie auf dem Durchzug beobachten. Die attraktive Kolbenente (Netta rufina) brütet vorwiegend in Südeuropa, vereinzelt u. a. auch in Bayern (sie gilt als gefährdet). Sie überwintert im Mittelmeerraum, aber auch bei uns (z.B. Bodensee). Die Reiherente (Aythya fuligula) brütet im nördlichen und mittleren Europa weit verbreitet und ist auch in Deutschland und Bayern noch recht häufig. Sie ist vermehrt zu sehen, wenn Vögel aus Nord- und Osteuropa bei uns durchziehen oder als Wintergäste hier bleiben. Der stark gefährdete Gänsesäger (Mergus merganser) brütet in Europa vorwiegend ganz im Norden, aber auch in Deutschland und vereinzelt in Bayern. Im Winter gibt es einen deutlichen Zuzug von Wintergästen aus dem hohen Norden. Es folgen die Limikolen oder Watvögel, in der Systematik "Regenpfeiferartige" (Charadriiformes) genannt: der seltene Dunkle Wasserläufer (Tringa erythropus) brütet hauptsächlich hoch im Norden, in den arktischen Tundren und überwintert in Südeuropa und Afrika. Nur auf dem Zug ist er auch bei uns zu sehen. Der Grünschenkel (Tringa nebularia) ist ein Brutvogel der borealen (kaltgemäßigten) Zone Nordeurasiens. Die europäischen Überwinterungsquartiere befinden sich im atlantischen Westeuropa und im Mittelmeergebiet. Der Rotschenkel (Tringa totanus) ist ein Brutvogel Eurasiens, vor allem an Küsten und küstennahem Tiefland. In Deutschland ist er ein nicht häufiger, in Bayern ein sehr seltener Brutvogel und gilt als vom Aussterben bedroht. Die europäischen Vögel überwintern in Südeuropa und Nordafrika. Der Bruchwasserläufer (Tringa glareola) brütet in der gemäßigten und borealen bis subarktischen Tundrenzone, in Mitteleuropa brütet er kaum. Man kann ihn aber während der Zugzeiten, z.B. auf nahrungsreichen Flachwasserzonen, entdecken. Der Alpenstrandläufer (Calidris alpina) ist ein Brutvogel der arktischen Tundren, vereinzelt brütet er auch an Nord- und Ostsee. Die europäischen Populationen überwintern an den Küsten in West- und Südeuropa sowie Nordafrika.  In Bayern ist er nur auf dem Durchzug zu entdecken. Der Kampfläufer (Philomachus pugnax) brütet  in den nördlichen Tundren, aber auch in feuchten Gebieten Eurasiens. Er gilt laut Roter Liste D als vom Aussterben bedroht. In Bayern ist er ausgestorben und nur noch auf dem Durchzug zu sehen. Seine wichtigsten Winterquartiere befinden sich in Afrika südlich der Sahara und im Süden Asiens. Die Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) ist ein Brutvogel der feuchten arktischen Tundren. Die europäischen Populationen überwintern vor allem an der Atlantikküste Afrikas. Auf dem Zug sind sie im Wattenmeer zu finden, im Binnenland nur selten. Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) brütet in Mitteleuropa verbreitet, aber wenig häufig, in Bayern eher selten. Er überwintert in Afrika und ist in Bayern zu den Zugzeiten häufiger zu beobachten. Der Kiebitz (Vanellus vanellus) brütet in Europa fast überall, auch in Bayern. Er gilt jedoch überall als stark gefährdet. Die Zugvögel unter den europäischen Populationen überwintern an den Küsten Südeuropas und Nordafrikas. Weiter geht es mit den Lappentauchern (Podicipediformes), der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist deren häufigster Vertreter. Er ist ein Standvogel. Es folgt ein Schwarzmilan (Milvus migrans) aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae). Anschließend folgen Rallen (Rallidae): das Teichhuhn (Gallinula chloropus), je nachdem, wie weit nördlich es brütet, ist es Zug-, Strich- oder Standvogel und das vom Aussterben bedrohte Tüpfelsumpfhuhn (Porzana porzana). Es hat seine Überwinterungsgebiete in Afrika und Indien. Da das Tüpfel-Sumpfhuhn sich überwiegend in der dichten Vegetation aufhält, kann man es meist nur bei der Nahrungssuche am Ufersaum entdecken. Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist nur wenig größer als ein Haussperling, aber sein Erscheinungsbild ist besonders faszinierend. Er ist bei uns weitgehend Standvogel und bleibt seinem Revier treu. Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist lückenhaft von Westeuropa bis Ostasien verbreitet. Er ist bei uns Standvogel oder Teilzieher. Zur Überwinterung treffen weitere Kormorane bei uns ein. Der Chileflamingo (Phoenicopterus chilensis) hat bereits einige kleine, auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückgehende, Populationen gebildet, die auch erfolgreich brüten. Tiefe Temperaturen ist er aus seiner ursürünglichen Heimat gewohnt.

Der nächste große Block sind die Insekten. Der einzigartige Rote Apollo (Parnassius apollo) passt nicht mehr ganz zum September, er fliegt von Ende Mai bis Ende August, hauptsächlich jedoch im Juli.  Er gilt als vom Aussterben bedroht, zumindest aber als stark gefährdet. Der hübsche Kaisermantel (Argynnis paphia) fliegt von Juni bis Anfang September und liebt u.a. sonnige, blütenreiche Waldränder. Der Silbrige Perlmutterfalter (Issoria lathonia) fliegt in zwei bis drei Generationen von April bis September in locker bewachsenem Gelände. Die zweite Generation des Tagpfauenauges (Aglais io) fliegt von August bis Oktober und nach seiner Überwinterung als Falter von März bis Mai. Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist ein Wanderfalter. Nach der Alpenüberquerung fliegt er bei uns ca. von Mai bis in den Herbst hinein. Im Herbst kehrt die zweite Generation der Falter – soweit sie es schaffen - zur Überwinterung nach Afrika zurück. Der Admiral (Vanessa atalanta) ist ebenfalls ein Wanderfalter, der jedoch zunehmend in wärmeren Gebieten bei uns überwintern kann. Der Rote Scheckenfalter (Melitaea didyma) benötigt als Lebensraum warme, sonnige und trockene Bereiche, er gilt als stark gefährdet. Der Baldrian-Scheckenfalter (Melitaea diamina) ist ein Verschiedenbiotopbewohner, er gilt als gefährdet, in Süddeutschland kommt er stellenweise noch etwas häufiger vor. Der Hauhechelbläuling (Polyommatus icarus) ist der bei uns wohl häufigste Vertreter aus der Familie der Bläulinge. Er braucht offene, nicht überdüngte Bereiche, auch feuchter. Kleiner oder Großer Sonnenröschen-Bläuling (Polyommatus agestis) sind schwer zu unterscheiden. Im September fliegt eher noch der Kleine Sonnenröschen-Bläuling. Das Sechsfleckwidderchen (Zygaena filipendulae) ist ein tagaktiver Nachtfalter, der auch im September noch anzutreffen ist. Der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) ist ein invasiver ostasiatischer Kleinschmetterling der eingeschleppt wurde und hier den Buchsbaum (Buxus) schädigt. Der Stahlblaue Grillenjäger (Isodontia mexicana), eine Grabwespe, stammt aus Nordamerika. Er wurde in 69er Jahren in Frankreich eingeschleppt. Er ist zwar sehr wärmeliebend, kommt inzwischen aber auch in Bayern vor. Aus der Ordnung der Zweiflügler (Diptera) folgen: die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus), die sehr häufige Scheinbienen-Keilfleckschwebfliege bzw. Mistbiene (Eristalis tenax) und die Gemeine Keulenschwebfliege (Syritta pipiens), die alle noch bis Oktober unterwegs sind. Die Matte Faulschlammschwebfliege (Eristalinus sepulchralis) ist bis September zu sehen. Auch die Raupenfliegen (Tachinidae) sind vertreten: die Igelfliege (Tachina fera) und Nowickia ferox parasitieren hauptsächlich Eulenfalter (Noctuidae), Gymnosoma rotundatum und die Breitflüglige Raupenfliege (Ectophasia crassipennis)  dagegen parasitieren hauptsächlich Baumwanzen.

Die teilweise sehr seltenen und bedrohten noch folgenden Schrecken gehören zum Lebensraum „Wildbach und Wildfluss Ammereinzugsgebiet“, wo sie auch verlinkt sind.

Hier sind die Fotos zu finden!