Aktuelle Meldungen der AG Botanik

 

 

Hans Demmel ist der neue Leiter der AG Botanik
Eingetragen am 26.11.2021, 20:00 von Griegel

Die Arbeitsgemeinschaft Botanik hat einen neuen Leiter:

Hans Demmel, versierter Botaniker und Ornithologe aus Friedberg, übernimmt die Leitung der Arbeitsgemeinschaft!

Bei einem ersten, leider nur virtuellen Treffen wurden schon neue Ideen ausgetauscht. So soll Wolfgang Winter bei der Kartierung der Flora von Augsburg und der Stauden unterstützt werden, ein botanischer Rundbrief soll ins Leben gerufen werden, und ein regelmäßiger Austausch der AG Botanik ist geplant. 

Neufund des Wacholder-Widertonmooses - ein Hinweis auf den Klimawandel?!
Eingetragen am 20.10.2021, 20:09 von Griegel

Beitrag von Karl Offner

 

Im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder (A-WW), im Wellenburger Wald am Weg vom Diedorfer Exotenwald zum Wellenburger Weiher, wurde am 29.09.2021 Polytrichum juniperinum Hedw., das Wacholder-Widertonmoos, gefunden. Diese Moosart wuchs nur wenige Meter entfernt von dem kürzlich gemeldeten Glashaar-Widertonmoos (Polytrichum piliferum Hedw.) an derselben südexponierten, sandig-lehmigen Wegböschung. FO: 7630/421; RW 4411.1; HW 5356.2.

Der Fund ist beachtenswert. Denn aus dem Naturpark A – WW  wurde von KLUCZNIOK (1978) in der Hiemeyerschen Flora von Augsburg nur ein einziger gesicherter Nachweis des Polytrichum juniperinum angegeben, nämlich durch BRESINSKY 1958 am unteren Engelshofer Berg. Unter den vier Arten der Gattung Polytrichum Hedw. (Haarmützenmoose), die bei der Kartierung der Bryophyten im Raum Augsburg (OFFNER 2001) im Naturpark A-WW nachgewiesen wurden, ist Polytrichum juniperinum die einzige, die in einer Gefährdungskategorie  der neuen Roten Liste Deutschlands von 2018 steht (V =  Vorwarnliste).

Die beiden Haarmützenmoose am gleichen Wuchsort haben mehrere gemeinsame Standortansprüche. Als Lichtpflanzen (photophil) gedeihen sie an offenen hellen Stellen, als Wärmezeiger (thermophil)  süd-exponiert, sonnig und dabei recht trocken (xerophil). So ist zu erwarten, dass bei fortschreitender Klimaerwärmung diese Widertonmoose auf sandig-lehmigen Flächen (acidophil) unseres Naturparks A–WW bald öfter vorkommen.                               

 

BRESINSKY, A. 1958. Die Vegetationsverhältnisse der weiteren Umgebung von Augsburg. – 11. Ber. d. Naturf. Ges. Augsburg.

KLUCZNIOK, B. 1978. Laub-, Torf- und Lebermoose aus Augsburg und Umgebung. – In: HIEMEYER, F. (Hrsg.) 1978. Flora von Augsburg. 293-316. Augsburg.

OFFNER, K. 2001. Verbreitung der Moose im Raum Augsburg. – Ber. d. Naturw. Vereins f. Schwaben. 105. Bd. 41-66. Augsburg.

Botanische Wanderung in die Firnhaberauheide am 09.07.
Eingetragen am 30.06.2021, 20:21 von Botanik

Die geplante Exkursion am 09.07. kann stattfinden. Dabei sind die geltenden Corona-Bestimmungen einzuhalten. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte per E-Mail anmelden unter g_riegel@t-online.de.

 

Treffpunkt: Parkplatz am Europaweiher, Gersthofen

Neues aus der Moosflora: Glashaar-Widertonmoos, verschollen und wiedergefunden
Eingetragen am 03.06.2021, 21:33 von Botanik

Im Wellenburger Wald, am Weg vom Diedorfer Exotenwald zum Wellenburger Weiher, fand Karl Offner am 26. 05. 2021 Polytrichum piliferum Hedw., das Glashaar-Widertonmoos. ( Fundort. TK 7630/421; RW 4411.1; HW 5356.2).

Bei der Bestandsaufnahme der Bryophyten im Raum Augsburg (OFFNER 2000, 2001) konnte das andernorts in Deutschland nicht seltene Polytrichum piliferum nur in zwei Quadranten nachgewiesen werden, beide östlich des Lech gelegen. Der Fund dieses Widertonmooses bei Burgwalden durch BRESINSKY (1958), der einzige im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder (A-WW), wurde in der Hiemeyerschen Flora von Augsburg von KLUCZNIOK (1978) noch angegeben, konnte aber bei der letzten Aufnahme nicht bestätigt werden. Seither musste Polytrichum piliferum im Bereich des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder als verschollen gelten.

Vom Nordostrand des Diedorfer Exotenwaldes herabkommend steigt der Weg, nach Querung eines Bachgrabens, zwischen niedrigen, jungen Mischwäldern (Bergahorn, Rotbuche, Fichte) gegen Osten am Prügelkopf an. Kurz bevor er die Hochfläche erreicht, vertieft er sich hohlwegartig zwischen mannshohen, steilen Böschungen. Auf der besonnten Seite (N), etwa 70 cm unter dem Rand, wächst Polytrichum piliferum auf lehmigem Sandboden in einem kleinen Rasen von nur etwa 12 cm Durchmesser.                         

Interessierte sollten das derzeit einzige bekannte Vorkommen des Glashaar-Widertonmooses in den Westlichen Wäldern möglichst bald aufsuchen, da der stellenweise überhängende, sandige Boden der steilen Wegböschung schon beim nächsten Gewitterregen abrutschen kann und das Vorkommen erlischt. Bitte, nichts berühren!

 

Karl Offner, 30.05.2021