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Wildflusslandschaft Oberes Lechtal (Tirol)

Hier soll anhand verschiedener Fotos ein Ausschnitt des Lechs zwischen Stanzach und Weißenbach (Tirol) gezeigt werden, wo der Lech noch weitgehend ungehindert durch Verbaung seinen Weg sucht. Die Fotos zeigen die Dynamik dieser Wildflusslandschaft. Dies ist ein Teilstück des 'Naturparks Tiroler Lech'.

 

Der Tiroler Lech ist unverwechselbar! Er ist der letzte Wildfluss in den Nordalpen und macht über weite Strecken noch das, was vor langer Zeit jeder Gebirgsfluss durfte – sich ausbreiten und aus eigener Kraft seinen Lauf selbst gestalten. In seinem breiten Flussbett inszeniert er sich immer wieder von Neuem. Flussarme verzweigen und vereinen sich. Das wirklich Beständige ist die stetige Veränderung. Die weiten Auwälder und die Bergwelt der Allgäuer und Lechtaler Alpen in unserem Naturpark gehören zu den schönsten und urtümlichsten Landschaftsräumen der Alpen.

 

Lech zwischen Forchach und Stanzach mit Einmündung des Schwarzwasserbachs

(oberes Bilddrittel, links, gut erkennbar das Kiesdelta) - klick: vergrößern

Google-Earth pro (30.10.2022)

 

Lech bei Weißenbach (Luftlinie ca. 6 km flußab von Forchach

mit Rotlechmündung, gegenüber Weißenbach, r.o. Höfen - klick: vergrößern

Google-Earth pro (30.10.2022)

 

Erläuterungen zu den Fotos

 

1) Lech mit Schwarzwasserbachmündung zwischen Stanzach und Forchach

2) Lech im Weißenbacher Becken, rechts mit Ufersicherung, links ungesichert und nach einem Gewitterregen in der Nacht

3) Lech im Weißenbacher Becken, das vom Hochwasser abgelagerte Treibholz, vom Prallhang bis zu den Schwemmsanden in ständiger Umlagerung

4) Lech bei Weißenbach mit Rotlechmündung, eingeengtes, links gesichertes, verbautes und rechts durch den Berg mit seinen Felsen gesichertes Ufer

5) Lech bei Weißenbach mit Rotlechmündung

6) talseitiges Ende der Rotlech-Schlucht

7) Lech bei Weißenbach mit Rotlechmündung

8) Starke Strömung am Lech nach einem Regen, links der Wetterstein-Steinbruch an der Straße

9a/b Hauptströmung (vorne), Flachwasserzonierung mit Schwemmgutlager (Mitte), Hauptströmung 2 mit Prallhang und Kiesbank (hinten), Flussbreite ca. 1,5 km

10) Schwemmlingsflur aus Kies- und Sandbänken, die durch reißende Hochwasser nicht nur überflutet, sondern auch umgelagert werden. Keimplatz der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica)

11) Lech-Aufweitungsbereich mit den typischen Rinnenstrukturen in verschiedenen horizontalen Höhen: Schwemmlingsflur aus Totholz, Kies- und Sandbänken, Überläufe

12) Lech-Aufweitungsbereich nach Norden mit dem Säuling (2048 m)

13) Ständige Umverteilung der Gesamtwassermenge auf die Breite der Fläche

14) Treibholz als Wasserlenkung und Wasserverteilung

15) Kies- und Feinsandausspülungen, von Druckwasser beeinflusster Bereich (unten)

16) Ruhiges Gewässer (vorne), Hauptströmung, Zulauf von rechts mit Umleitung nach hinten (mitte). Kiesaufschüttung mit allen Körnungen ca. 0,5 m

17) Lech vor der Geschiebefalle Hornberg bei Höfen mit dem Säuling

18) Die Leite verändert sich ständig mit dem vom Zulauf abhängigen zu- oder abnehmenden Randwasser

19) Im Hochwasserfall bringt der Lech sehr viel Schwemmgut (Bäume, Sträucher, Wurzelstöcke und abgebrochene große Grassoden usw.) mit

20) Er lagert sie dann mit abnehmender Triebkraft auf den Kiesflächen im verbreiterten Fluss ab. Durch deren Widerstand werden die Fließrinnen ständig verändert

21) Die im Lech noch vorhandene Steinbuhnen werden bei Hochwasser mit Holz, Sand und Humus bedient, was dann oft zu einem neuen Nebenraum für Flora und Fauna führt, wie z.B. hier bei der Alpen-Pestwurz (Petasites paradoxus)

22) Vom Tiefwasser bis zum ca. 2 m hohen Prallhang ist bei einer Flußaufweitung alles zu finden.

23) Durch die versperrenden Bäume, oder wie hier die in der Wasserströmung liegenden Wurzelstöcke wird eine Wasserumleitung mit einer neuen, verstärkten Strömung und ein verstärkter Geschiebetransport erzeugt