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Trottellumme

Die Trottellumme (Uria aalge) gehört zur Familie der Alkenvögel (Alcidae), sie kommt zirkumpolar vor und brütet in der borealen (kaltgemäßigten) und subarktischen Region. In Deutschland (und Mitteleuropa) brütet sie nur auf Helgoland (derzeit um die 2000 Brutpaare) und dort meist auf dem sogenannten Lummenfelsen. Etwa so groß wie eine Stockente und 1 kg schwer, ist sie die größte heute vorkommende Art der Alkenvögel. Der deutsche Name leitet sich wohl von ihrem trottelnden Gang ab.

Die Trottellumme hält sich nur zur Brutzeit an Land auf, ansonsten lebt sie fast ausschließlich auf dem Meer. Dort ernährt sie sich, ausdauernd tauchend, hauptsächlich von Schwarmfischen wie z.B. Hering, Sandaal, Sprotten und Dorsch.

Ab Mitte April besetzen die Lummen auf Helgoland ihre Brutplätze. Das Weibchen legt ein einzelnes konisches Ei direkt auf den felsigen Untergrund. Interessant ist, dass sich die Eier der Vögel in Aussehen und Musterung voneinander unterscheiden, dies hilft den Eltern, in der drangvollen Enge der Brutkolonie, ihre eigenes Ei wiederzufinden. Das Ei wird von beiden Elternteilen etwa 4 - 5 Wochen lang bebrütet, bis die Jungen schlüpfen. Wenn die Jungvögel zwischen 3 und 4 Wochen alt sind, werden sie von den im Meer schwimmenden Eltern durch Rufe dazu animiert, von der Klippe ins Meer zu springen. Der 'Lummensprung' der noch flugunfähigen Jungvögel kann in der Abenddämmerung von etwa Anfang Juni bis Juli beobachtet werden, es ist ein ganz besonderes Naturschauspiel, aber nicht alle Jungvögel überleben diese gefahrvolle Aktion. Auf dem Meer werden die Jungvögel noch einige Wochen gefüttert und lernen selbst Nahrung zu suchen. Es dauert weitere Wochen, bis sich das Gefieder soweit entwickelt hat, dass sie schließlich auch fliegen können.