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Neuntöter

Der Neuntöter (Lanius collurio) sollte eigentlich zutreffender Rotrückenwürger genannt werden. Sein volkstümlicher Name „Neuntöter“ geht auf den Mythos zurück, er würde erst neun Beutetiere aufspießen, bevor er seine Mahlzeit beginnt.
Das Aufspießen von Nahrung auf Dornen macht er gelegentlich, um die Nahrung besser zerlegen zu können. Daneben legt er auch einen gewissen Vorrat für Schlechtwetterperioden an.

Der Neuntöter ist eine Vogelart aus der Familie der Würger (Laniidae) und gehört zu den Singvögeln. Er ist in Mitteleuropa die häufigste Würgerart. In Deutschland und auch in Bayern ist er (mit Lücken) weit verbreitet. Er gilt zur Zeit als ungefährdet. Der Familienname Würger hat auch einen harmlosen Hintergrund, er ist darauf zurückzuführen, dass die Würger unverdauliche Reste verzehrter Beutetiere in Form von Gewölle wieder ausspeien.

Lebensraum des Neuntöters sind halboffene, sonnige Landschaften mit aufgelockertem Baum- und Buschbestand. Wichtig sind Sitzwarten, von denen aus er die Umgebung beobachten und jagen kann. Der Neuntöter ernährt sich vor allem von größeren Insekten, aber auch von Kleinsäugern, wie jungen Feldmäusen; gelegentlich gehören auch Jungvögel zur Beute. Der Neuntöter ist ein Langstreckenzieher, der im südlichen Teil Afrikas überwintert. Er ist sehr wärmeliebend und deshalb meist nur von Mitte Mai bis Ende Juli in seinen deutschen Brutrevieren.