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Maivogel

Der Maivogel (Euphydryas maturna, Syn.: Hypodryas maturna), auch Kleiner Maivogel oder Eschen-Scheckenfalter genannt, ist ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae). Er kommt nur noch sehr lokal in Ost- und Mitteleuropa vor und seine Populationen sind weit verstreut. In Deutschland ist er vom Aussterben bedroht und nur noch sehr vereinzelt zu finden. Der Maivogel wird in den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie aufgeführt. Des Weiteren ist die Art gemäß der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Bayern trägt in Deutschland die Hauptverantwortung für den Erhalt dieser FFH-Art. Ursprünglich über ganz Deutschland verbreitet, hat er heute nur noch sehr wenige Vorkommen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern. Ursachen sind das nahezu vollständige Verschwinden von Hartholzauen an größeren Flüssen, Entwässerungsmaßnahmen in feuchten Wäldern, die Aufgabe vor allem der Mittelwaldwirtschaft, die Aufforstung von Waldlichtungen, die Beseitigung oder Mahd blütenreicher Waldwegesäume oder der Insektizideinsatz und nicht zuletzt das Eschensterben.

 

Die Abblage der auffälligen roten Eier erfolgt in einem Spiegel von ca. 50-400 Eiern, ausschließlich auf der Unterseite von Blättern der Eschen, vorzugsweise an Jungpflanzen, in etwa 2 m Höhe. Der Ablageplatz wird bezüglich Temperatur, Feuchtigkeit (warmfeucht) und Lichtverhältnissen genau ausgewählt. Die Raupen schlüpfen nach ca. 20 Tagen, sie bleiben beisammen und spinnen sich aus Seide ein Nest, in dem sie ruhen und auch fressen. Ab etwa Ende Juli lassen sie sich zu Boden fallen und suchen sich, meist zu mehreren, ein zusammengerolltes Blatt, in dem sie später auch überwintern. Die Raupen überwintern bis zu dreimal. Ab dem Frühjar des folgenden Jahres zerstreuen sie sich und fressen an verschiedenen Pflanzen. Die Raupen verpuppen sich im Mai. Ende Mai schlüpfen die Falter. Sie führen ein verstecktes Dasein und sind sehr unauffällig. Meist sieht man nur die Männchen. Sie sitzen gerne auf Waldwegen und saugen an Pfützen. Sie besuchen kaum Blüten, bevorzugen dann aber die Blüten von Sträuchern, z.B. Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare) und Wolliger Schneeball (Viburnum lantana).

 

Lebensraum: sehr lichte, warmfeuchte Laubmischwälder mit hohem Grundwasserstand und mit größeren Beständen von jüngeren besonnten Eschen und einer reichen Kraut- und Strauchvegetation [LfU].

Höhenverbreitung: 200 bis ca. 1.000 m.

Raupenfutterpflanzen: Zunächst nur Blätter der Esche (Fraxinus excelsior), im nächsten Frühling (nach der Überwinterung) verschiedene Sträucher/Bäume, wie Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum), Salweide (Salix caprea) und Zitterpappel (Populus tremula), daneben auch div. Krautige Pflanzen [Bellmann 2003]
Flugzeit: Ende Mai/Anfang Juni bis Anf. Juli.

Flügelspannweite: 35 - 42 mm.

Überwinterungsform: die Raupe überwintert (evtl. auch zweimal).


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