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Schwarzspecht

Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) gehört zur Ordnung der Spechtvögel (Piciformes), zur Familie der Spechte (Picidae) und zur Unterfamilie der Echten Spechte (Picinae). Das Areal des Schwarzspechts reicht in der gemäßigten Zone von Südwest-Europa, Frankreich und Norwegen nach Osten bis Sachalin und Nord-Japan. In Europa ist er von Tieflagen bis in die montane und - in geringerer Dichte - auch bis in die subalpine Stufe anzutreffen. Die Schwerpunkte der Verbreitung liegen in Osteuropa, Deutschland und Polen. Der Schwarzspecht ist in Bayern nahezu flächendeckend verbreitet. Das Brutareal hat sich gegenüber dem Erfassungszeitraum 1996-1999 wesentlich vergrößert. Zu einer Zunahme besetzter Gebiete kam es vor allem im nördlichen Schwaben. Schwarzspechte sind Standvögel und daher auch im Winter in unseren Wäldern zu finden.

 

Der etwa krähengroße Specht ist durch seine Größe und seine Färbung unverwechselbar. Er besitzt ein komplett schwarzes Gefieder und einen hellen, meißelförmigen Schnabel. Die Geschlechter unterscheiden sich durch ihren Scheitel, der beim Männchen komplett rot ist, während beim Weibchen nur der hintere Teil rot gefärbt ist.

 

Der Schwarzspecht ist bei uns der größte vorkommende Specht. Er benötigt als Lebensraum größere Waldgebiete mit Altholzbeständen. Seine Brut- und Schlafhöhle zimmert er nur in Stämme, welche mehrere Meter astfrei und ausreichend stark sind. Der Schwarzspecht ernährt sich hauptsächlich von größeren Ameisenarten sowie von Larven, Puppen und Imagines holzbewohnender Käfer. Als ein Pionier des Waldes erschließt der Schwarzspecht vielen anderen Höhlenbrütern den Wald und insbesondere das Altholz. Gefährdet ist er vor allem durch den Einschlag alter Bäume.

 

Schwarzspechte führen eine monogame Saisonehe. Die eigentliche Balz beginnt meist erst im März. Neben den Trommelfolgen und den Balzrufen sind Höhlenzeigen und Höhlenbauen die wesentlichsten paarbildenden Elemente. Wenn beide Partner gemeinsam an einer Höhle zimmern, beziehungsweise, wenn das Weibchen in geduckter, waagrechter Haltung zur Kopulation auffordert, ist die Paarbildung abgeschlossen.

 

In Mitteleuropa werden die meisten Schwarzspechthöhlen in möglichst freistehende, ältere und starke Rotbuchen gezimmert, so dass ein freier Anflug und eine ausreichende Rundumsicht gewährleistet ist. Die Hauptbrutzeit in Mitteleuropa liegt im April. Das Weibchen legt 2 - 6 Eier die ca. 13 Tage von beiden Elternvögeln bebrütet werden. Die geschlüpften Nestlinge werden während der ersten 8 Tage gehudert (gewärmt) und mit einem Nahrungsbrei (überwiegend aus Ameisen und Ameisenlarven) gefüttert. Später schlüpfen die Eltern nur mehr zur Fütterung und zur Entfernung des Kots in die Nisthöhle. Ab dem 17. Tag erscheinen die Nestlinge am Höhleneingang und werden dort mit Nahrung versorgt. Ab dem ca. 25. - 31. Tag fliegen die Nestlinge aus. Nach dem Ausfliegen teilt sich der Familienverband meist in zwei Gruppen, die je von einem Elternteil noch mindestens 4 - 5 Wochen betreut werden. Nach dem Selbständigwerden zerstreuen sich die meisten Schwarzspechte nur kleinräumig.

 

Größe / Flügelspannweite: ca. 40 - 46 cm / ca. 70 cm.

Lebensraum: größere Waldgebiete mit Altholzbeständen.

Nahrung: größere Ameisenarten sowie Larven, Puppen und Imagines holzbewohnender Käfer.

Brutpaare D: 32 - 51 Tsd. (2011-2016) [NABU/DDA/BfN 2019] / 6,5 - 10 Tsd. [LfU 2016].

Trend D (1992-2016): gleichbleibend [DDA/BfN 2019].

Trend BY (1985-max.2015): gleichbleibend [LfU 2016].

Gefährdung D / BY: ungefährdet [NABU 2016]  / ungefährdet [LfU 2016].

Anwesenheit in D / BY: ganzjährig zu beobachten.

 

 

 

 

Quellen

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