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Gemeine Bernsteinschnecke

Die Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris) gehört zur gleichnamigen Familie und diese zur Unterordnung der Landlungenschnecken (Stylommatophora). Namensgebend ist ihr durchscheinendes, bernsteingelbes Gehäuse. Sie kommt häufig vor und gilt in Deutschland und in Bayern als ungefährdet. Den Winter verbringt die Gemeine Bernsteinschnecke in der Bodenstreu.

Lebensraum: feuchte Habitate aller Art, z.B. feuchte Hochstaudenfluren, feuchte Wiesen, feuchte Flussufer, in der Nähe von Mooren.
Ernährung: vermodernde und frische Pflanzenteile.
Länge des Gehäuses: ca. 10 – 15 mm.

Parasitismus
„Viele Arten der Bernsteinschnecken, darunter auch die Gemeine Bernsteinschnecke werden von einem spezialisierten Parasiten, dem Saugwurm Leucochloridium paradoxum befallen. Die Gemeine Bernsteinschnecke ist ein Zwischenwirt im Lebenszyklus von L. paradoxum, den Endwirt stellen Vögel dar. Besonders auffällig ist dabei die Veränderung der Fühler der Schnecke. Der über Vogelkot aufgenommene Erreger vermehrt sich ungeschlechtlich in der Schnecke und verursacht bei ihr die sog. Fühlermaden. Durch die bis in die Fühler reichenden Sporocystenschläuche schwellen die Fühler stark an, werden markant bunt und beginnen zu pulsieren. Die Vögel, welche die Fühler der Schnecke, durch ihre Ähnlichkeit mit Würmern oder Maden, für Beute erachten, fressen die Schnecke oder auch nur die Fühler und nehmen damit die Sporocysten auf. Da die Schnecke die geschwollenen Fühler nicht mehr zum Schutz zurückziehen kann, ist sie ein leicht auszumachendes Ziel für die Vögel. Im Körper des Vogels pflanzen sich die Parasiten fort und vermehren sich geschlechtlich. Die von einer harten Schale umgebenen Eier werden über den Kot ausgeschieden und können nun von Schnecken aufgenommen werden“. [Wikipedia 12/2013; dort aus: Rietschel G, Vorkommen larvaler Trematoden in Bernsteinschnecken (Succineidae) Hessens, in Parasitology Research, 58/1979, S.265–74.]
http://de.wikipedia.org/wiki/Gemeine_Bernsteinschnecke

Diese Art der Fortpflanzung von Leucochloridium paradoxum ist schon äußerst spektakulär. In einem Bericht von Karl Hescheler wurde der Vorgang schon 1922 sehr detailliert beschrieben und als Anpassung des Wurmes an veränderte Gegebenheiten gedeutet, da die Gemeine Bernsteinschnecke sich vom Wasser mehr und mehr dem Land zugewandt hat:
http://www.ngzh.ch/archiv/1922_67/67_1-2/67_13.pdf