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Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Der sehr seltene Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius, syn. Glaucopsyche teleius, Maculinea teleius), auch Großer Moorbläuling genannt, hat eine besonders spannende Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Falter. Das Weibchen legt die Eier in die noch jungen Blütenköpfe des Großen Wiesenknopfs. Etwa im September verlässt die Raupe die Blüte. Sie wird dann von der Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis) „adoptiert“ und, aufgrund ihres Geruchs, als vermeintliche Ameisenlarve ins Nest geschleppt (siehe auch bei Ameisenbläulinge). Dort ernährt sie sich räuberisch von Ameisenbrut. Der Falter verlässt das Nest etwa Mitte Juni des nächsten (manchmal auch des übernächsten) Jahres. Er hat dann eine Lebenszeit von etwa zwei Wochen, die hauptsächlich der Partnersuche und der Eiablage dienen. Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist streng geschützt (BArtSchV) und gilt laut Roter Liste D, ebenso wie in Bayern, als stark gefährdet. Da die Art europaweit gefährdet ist und als Schlüsselart betrachtet werden kann, ist sie außerdem als besonders schützenswerte Art in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Anhang IV) aufgeführt. Diese schreibt auch den Erhalt und die Pflege der Lebensräume vor.

 

Lebensraum: überwiegend Feuchtwiesen mit Vorkommen des Großen Wiesenknopfs, bei gleichzeitigem Vorkommen der Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis – sie lebt nur selten auf Trockenrasen!). 

Höhenverbreitung (Bayern): von der Ebene bis ca. 900 m, Schwerpunkt 400 - 500 m.

Raupennahrung: die Blüten von Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Nach ein paar Wochen räuberisch von Ameisenbrut.

Falternektarpflanzen: Großer Wiesenknopf, Blutweideriche (Lythrum), z.B. Gewöhnlicher Blutweiderich (Lythrum salicaria), Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) und Vogel-Wicke (Vicia cracca).

Flugzeit: von Mitte Juni bis Mitte August.

Flügelspannweite: 28 - 33 mm.

Überwinterungsform:die Raupe überwintert im Nest der Wirtsameise.

 

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