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Schmetterlinge

Die Schmetterlinge (Lepidoptera) sind, mit mehr als 180.000 beschriebenen Arten, nach den Käfern, die zweitgrößte Ordnung innerhalb der Klasse der Insekten.

In unserer Kulturlandschaft sind sie leider selten geworden die “Fliegenden Juwelen”, aber es gibt sie noch! Auf ungedüngten Magerwiesen, an Flussauen und auf Waldlichtungen, aber auch im naturnahen Garten. Dort eben, wo ein kleines Stück “Wildnis” ihnen das Leben ermöglicht und wo auch die benötigte Raupenfutterpflanze wächst.

Wenn wir von Schmetterlingen reden, haben wir meist nur die “erwachsene” Form des Tieres, den Falter, vor Augen. Der Lebenszyklus beginnt jedoch mit dem Ei, das der weibliche Falter an ganz artspezifischen Pflanzen ablegt, die später der sich entwickelnden Raupe als Nahrung dienen. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, verpuppt sie sich. Je nach Art, sind Ei, Raupe, Puppe oder Falter als Überwinterungsform möglich. Aus der Puppe schlüpft dann im Frühjahr oder Sommer der neue Falter.

 

Im Puppenstadium findet eine höchst faszinierende Umwandlung (vollkommene Metamorphose) statt: die Körperstruktur der Raupe wird fast vollständig aufgelöst und zum Körper eines Schmetterlings umgeformt. Es entsteht eigentlich ein neues Lebewesen. Am Ende der Puppenruhe bricht die Hülle auf und heraus schlüpft der Falter. Nun muss er noch seine Flügel entfalten, dazu presst er Körperflüssigkeit in die Flügeladern, dann werden die Flügel getrocknet, bis sie die nötige Festigkeit besitzen und schließlich fliegt er davon.

 

Die wohl erstaunlichsten Schmetterlinge sind die “Wanderfalter”. Bis aus Nordafrika kommend, treffen sie im Frühsommer bei uns ein. Die Falter der nächsten oder übernächsten Generation versuchen teilweise im Herbst den langen und gefahrvollen Rückflug, da sie bei uns meist nicht überwintern können.

Aber die Familie der Schmetterlinge hat noch weitere erstaunliche Eigenschaften: Die Flügel sind mit bis zu einer Million feinster Farbschuppen bedeckt, die Facettenaugen setzen sich aus Tausenden von Einzelaugen zusammen und mit ihren Fühlern können sie feinste Gerüche wahrnehmen. An ihren Beinen haben viele Falter hochempfindliche Geschmacksorgane, sodass sie schon bei der Landung eine Pflanze schmecken können. Dies ist, neben dem Geruch, wichtig bei der Auswahl der richtigen Pflanze für die Eiablage. Mit ihrem langen Rüssel, den sie einrollen können, saugen sie Nektar und Wasser auf. Zur Zusammenführung der Geschlechter verströmen sie aus über den Leib und die Flügel verteilten Duftdrüsen (Duftschuppen) spezielle Düfte, die vom anderen Geschlecht, oft über große Entfernungen, wahrgenommen werden. Manche Falter haben auch einen Gehörsinn, so nehmen einige Nachtfalter die Ultraschallortung von Fledermäusen wahr, sie lassen sich dann zu Boden fallen.

Die Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera) gehört zur Überordnung der Neuflügler (Neoptera). Auf die Darstellung der vielschichtigen Systematik der Lepidoptera wird nachfolgend verzichtet, es werden weitgehend nur die Familien unterschieden.

Nachtfalter
Über 95 Prozent aller heimischen Schmetterlinge sind Nachtfalter, das sind etwa 3500 Arten! Da sie meist nur in der Dämmerung oder nachts fliegen, sind viele weitgehend unbekannt. Da die Nachtfalter aber keine zoologische Einheit in der Systematik darstellen, sind sie nachfolgend auch nicht von den Tagfaltern getrennt dargestellt. Oft sind sie nur durch Anlocken mit Speziallampen (Lichtfang, Abk.: LF) zu finden.

Der Gefährdungsgrad der Schmetterlinge in Deutschland wird im Text genannt, Quelle (2016) hierzu (soweit dort gelistet) ist:
http://www.lfu.bayern.de/natur/rote_liste_tiere/2016/doc/rl_tagfalter_bayern_gesamt.xlsx
Soweit es für Bayern einen abweichenden Gefährdungsgrad gibt, wird dieser ebenfalls genannt (ohne Berücksichtigung von regionalen Unterschieden).

 

Die bekannten Raupenfutterpflanzen werden genannt (z.B. nach Bellmann, Ebert, Steiner, Rennwald, u.a. sowie Beobachtungen von NWVS-Mitgliedern) und weitgehend im Bild gezeigt. Siehe auch Quellen-u-Systematik-Tiere-7.pdf.



  • Parnassius-phoebus-Lechtaler-Alpen-m-PS-2.jpg
    Ritterfalter
  • 502_9356-Tagpfauenauge.jpg
    Edelfalter
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    Weißlinge und Gelblinge
  • 705_7974-Idas-Blaeuling.jpg
    Bläulinge
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    Dickkopffalter
  • 503_2514-Sechsfleck-Widderchen-geschluepft.jpg
    Widderchen
  • 700_0765-Purpurzuensler.jpg
    Zünslerfalter
  • 503_4621-Abendpfauenauge.jpg
    Schwärmer
  • 26599956-Kleines-Nachtpfauenauge-PS.jpg
    Pfauenspinner
  • 503_3467-Hausmutter.jpg
    Eulen
  • 702_5852-Gruenes-Blatt.jpg
    Spanner
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    Glucken
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    Eulenspinner und Sichelflügler
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    Zahnspinner
  • 707_7909-Augsburger-Baer-Hand.jpg
    Bärenspinner
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    Würfelfalter
  • 700_1708-Skabiosen-Langhornmotte-Nemophora-metallica.jpg
    Langhornmotten
  • Kleiner-Hopfenwurzelbohrer-a18408408-PS.jpg
    Wurzelbohrer
  • P1420617-Sparrmanns-Trugfalter-PS.jpg
    Trugmotten
  • Hornissenglasfluegler-PS.jpg
    Glasflügler
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    Fensterfleckchen
  • Federgeistchen-PS.jpg
    Federmotten
  • 601_9150-Zeuzera-pyrina-Blausieb-od-Kastanienbohrer.jpg
    Holzbohrer
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    Schneckenspinner
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    Gespinst- und Knospenmotten
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    Wickler
  • Ypsolopha-nemorella.jpg
    Ypsolophidae
  • Buchenmotte-_Diurnea-fagella_.jpg
    Breitflügelmotten
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    Gelechioidae
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    Birkenspinner
  • P2120569-Balancierstabmotte-PS.jpg
    Stathmopodidae