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Lungenenzian-Ameisenbläuling

Der sehr seltene Lungenenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon, syn. Maculinea alcon, Glaucopsyche alcon), auch Kleiner Moorbläuling genannt, hat eine besonders spannende Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Falter. Die ein paar Wochen alten Raupen werden von bestimmten Knotenameisen (Myrmicinae) „adoptiert“ und ins Nest geschleppt (siehe bei 'Ameisenbläulinge'). Der Lungenenzian-Ameisenbläuling ist besonders geschützt (BArtSchV) und gilt laut Roter D, ebenso wie in Bayern, als stark gefährdet. In Bayern kommt er nur noch im Alpenvorland vor.

Aufgrund neuester Untersuchungen wird der Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris rebeli) nicht mehr als eigenständige Art betrachtet (sh. Atlas Tagfalter in Bayern (Ulmer) oder Lepiforum) und als Enzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) mit dem Lungenenzian-Ameisenbläuling zusammengelegt. Allerdings gibt es bezüglich der biologischen Eigenschaften Unterschiede (z.B. unterschiedlicher Lebensraum in Feucht- bzw. Trockengebieten), deshalb werden hier (vorerst) die zwei getrennten Beschreibungen belassen.

Lebensraum: in Feuchtgebieten (z. B. feuchte Wiesen, Moore und Heiden, auch im Überschwemmungsbereich von Flüssen), mit Vorkommen der Raupenfutterpflanze, bei gleichzeitigem Vorkommen bestimmter Knotenameisen (z.B. Waldknotenameise (Myrmica ruginodis) und Rote Knotenameise (Myrmica rubra)).

Höhenverbreitung (Bayern): Feuchtgebietsform: hauptsächlich 600 - 900 m.
Raupennahrung: die Blüten und Blätter des Lungenenzians (Gentiana pneumonanthe), aber auch (z.B. im Alpenvorland) des Schwalbenwurz-Enzians (Gentiana asclepiadea). Nach einigen Wochen Fütterung durch die Ameisen in deren Nest.
Flugzeit: von Mitte Juni bis Ende Juli/Mitte August.
Flügelspannweite: 32 - 36 mm.

Überwinterungsform: die Raupe überwintert im Nest der Wirtsameise.

 

In den 'Lebensräumen' im Artenpool wird nicht mehr unterschieden, sondern nur noch der Enzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) dargestellt. Alle erfassten Lebensräume.

 

Zusammenhänge zeigen (beide Enzian-Ameisenbläulinge)


Siehe auch:

Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben, 117. Band/2013: Eberhard Pfeuffer Der Enzian-Ameisenbläulimg Phengaris alcon ([DENIS & SCHIFFERMÜLLER],1775) im Raum Augsburg,

hieraus auszugsweise:

*) ...'Im Nest der Wirtsameise entwickeln die Raupen chemische Botenstoffe die nicht nur eine Zugehörigkeit zum Ameisenstaat, sondern auch einen hohen sozialen Status vortäuschen. Ausserdem imitieren Raupe und Puppe Töne der Ameisenkönigin.'...