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Distelfalter

Der Distelfalter (Vanessa cardui) ist, wie z.B. der verwandte Admiral, ein Wanderfalter und gilt als ungefährdet.

Im Mai 2009 kam es in Süddeutschland zu einer wahren Invasion von Millionen von Distelfaltern. Über mehrere Stunden konnte ich selbst sehen, wie Wolken von Faltern den Ort überflogen. Ein Ereignis, das in diesem Ausmaß zuletzt vor 50 Jahren beobachtet wurde.
Der Distelfalter überwintert in Nordafrika und fliegt im März in Südeuropa ein, wo er sich fortpflanzt. Da die Lebensbedingungen dort 2009 wohl äußerst günstig waren, entwickelte sich eine riesige Zahl von Nachkommen. Die machten sich dann auf den Weg nach Norden und trafen im Mai bei uns ein. Der Distelfalter ist ein sehr ausdauernder Flieger. Sein „Treibstoff“ ist Blütennektar, den er unterwegs mit seinem Rüssel „auftankt“. Da er bei der Wahl der Nektarpflanzen nicht wählerisch ist, findet er immer genug davon.
Hier angekommen, haben sich die Falter verteilt und wieder mit der Eiablage begonnen, daraus entsteht dann die Sommergeneration. Erst die Nachkommen der Sommergeneration fliegen dann teilweise wieder zurück. Einige bleiben hier und saugen, bis weit in den Herbst hinein, noch an Fallobst und an Herbstblüten. Die meisten von ihnen überleben aber den Winter nicht.
Das Spannende an diesem Verhalten ist, dass es sich über die Generationen hinweg fortsetzt. Immer mit dem Ziel optimale Bedingungen für den Nachwuchs und eine ausreichende Nahrungsversorgung sicherzustellen. Die bei uns heranwachsenden Herbstfalter fliegen ja nicht etwa noch weiter nach Norden, was ihren Tod bedeuten würde, sondern kehren dem Winter den Rücken und fliegen wieder nach Süden.
Wie bei den meisten Schmetterlingen folgen auf ein so erfolgreiches Jahr auch wieder Rückschläge, sodass es, auf mittlere Sicht, zu keiner Überbevölkerung der Lebensräume kommt. Wenn wir also im Frühjahr einem Distelfalter begegnen, hat er schon eine lange Reise hinter sich und wir können uns vorstellen, wie er sich vor vielen Wochen auf den Weg machte, immer in Richtung auf sein Ziel zu!

 

Lebensraum: keine Bindung an einen bestimmten Lebensraumtyp (Ubiquist), bevorzugt in offenem, trockenem Gelände, wie etwa auf Trockenrasen, aber auch auf feuchten Wiesen, bei der Alpenüberquerung auf alpinen Rasen und alpinen Schutthalden und Felsfluren.

Alle erfassten Lebensräume.

Höhenverbreitung (Bayern): hauptsächlich von der Ebene bis ca. 1000 m, vereinzelt bis ca. 2500 m (häufig wohl durchziehende Falter).
Raupenfutterpflanzen: sehr viele verschiedene Pflanzen (polyphag), gerne 'Disteln' z.B. Gewöhnliche Kratzdistel (Cirsium vulgare)Kohldistel (Cirsium oleraceum), Große Brennnessel (Urtica dioica)Mochus-Malve (Malva moschata), Stachelbeere (Ribes uva-crispa) u.a. [Bellmann 2003].
Flugzeit: (hierzulande) meist zwei Generationen, Flugzeit Sommer bis Herbst.
Flügelspannweite: 45 - 60 mm.

 

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